Fotos: (c) Sonja Groiss

Kurzfilm betrayed – der Film zum Thema Femizid

Drehbuch und Regie: Thomas Sulak

mit Katharina Tupy und Oliver Schluschanek

Synopsis

„Als die junge Protagonistin die gemeinsame Wohnung betritt, sitzt ihr Freund nur apathisch auf der Couch. Aneinander vorbeilebend, wechseln sie weder Worte noch Blicke. Nur die Rückblenden entschlüsseln schrittweise, was diese surreale Situation in der vergangenen Nacht herbeigeführt hat. Und die Erkenntnis könnte verstörender nicht sein …“

Statement des Regisseurs

Als Schauspieler, Regisseur und Filmemacher bin ich in der privilegierten Position Aufmerksamkeit zu erregen. Ein Privileg, das mehr Künstlerinnen und Künstler nutzen sollten, um die Stimmen diverser Problemthemen wie diesem für Gesellschaft und Politik unüberhörbar zu machen. Die Provokation hat sich für mich persönlich als ein sehr geeignetes Mittel herauskristallisiert.
Ich bezeichne mich selbst als „mental gesunden Menschen“, in dessen Wertewelt es beschämend ist, noch immer, in einer patriarchalischen Gesellschaft zu leben. Zu hören, dass z.B. Frauen, mit gleicher Ausbildung, weniger verdienen als Männer ist eine Schande und entbehrt jeder logischen Grundlage.
Seit meinen 30-gern warte ich darauf, dass diese Generation von Männern ausstirbt und ich dachte, dass dies mit meiner Generation passieren wird. Da lag ich wohl falsch …
Das Thema Femizid fand vor einigen Monaten meine Aufmerksamkeit, als im April eine 35-jährige Frau, von ihrem Ex-Partner in der Trafik mit Benzin übergossen und angezündet wurde.
Im Jänner 2021 sprach noch ein Richter in Deutschland von einem „Verbrechen aus Leidenschaft“ als ein Mann wegen versuchten Mordes verurteilte wurde, weil ihn die Frau, in die er sich verliebt hatte, nicht heiraten wollten. Doch um Leidenschaft geht es nicht. Es geht diesen Männern darum, die Macht über die Frauen zu behalten.
Ende Juni fanden Passanten die Leiche eines erst 13-jährigen Mädchens an einen Baum gelehnt auf einer Wiener Straße. Vier junge Afghanen, von denen drei gestanden haben, dass sie die Jugendliche unter Drogen gesetzt und nacheinander vergewaltigt hätten. Für unseren – mittlerweile – Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) ein willkommenes Fressen, die Abschiebungen der Afghanen zu rechtfertigen.
Doch – Studien besagen, dass die Mehrzahl der Femizide in keinem ethnischen Zusammenhang stehen. Vielmehr zeigte sich einmal mehr, dass Trennungssituationen die gefährlichste Zeit für Frauen sind, weil da offenbar bei Tätern patriarchale Muster wie Besitzdenken besonders stark hervortreten.
Ich habe in den letzten Monaten mit vielen Menschen, sowohl Männern als auch Frauen, in meinem Umfeld über Femizide gesprochen und musste feststellen, dass 8 von 10 Personen diesen Ausdruck nicht kannten und auch nicht, was damit verbunden ist.